Ähm… Teil 3

It’s where I’m going, not where I’m coming from, that carries me to the next mountain and beyond myself

Reinhold Messner?

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Titelfindung – auch nicht immer einfach…

Ende August 2020 habe ich mein Vorhaben „Eisenwurzenweg“ also vorerst einmal beendet. Aber wirklich nur vorerst. Das zieh‘ ich durch – aber fix!

2021 bin ich dahingehend leider nur minimal weitergekommen. Aber irgendwo zwischen altem Job und neuem, wiedermal in Umbruchsstimmung, hab‘ ich im Juli doch noch ein paar Kilometer geschafft. Und was für welche das waren! Mitten durchs Gesäuse <3

Wo ich im Jahr zuvor meine emotional dezent herausfordernde Wanderung beendet hatte, habe ich auch wieder begonnen: am Campingplatz in Gstatterboden im Gesäuse. Musste für mein Zelt nicht mal was zahlen – das fing doch schonmal recht gut an!

Der erste Wandertag war geprägt von Wolken. Und dann Regen. Und Nebel. Da ich an dem Tag aber recht spontan eine Begleitung hatte, war für Ablenkung vom Wetter gesorgt. Etappenziel: Mödlinger Hütte, die wir am Nachmittag, in dichtem Nebel verborgen, erreichten. Auch die hiesige Tierwelt schien wenig begeistert ob des tristen Wetters an dem Tag.

Nachdem sich mein Tagesanhang nach unten ins Tal verabschiedet und ich ein üppiges Kasnocken-Abendmahl intus hatte, bin ich dann gegen 19:00 auch schon prompt eingeschlafen…

Der Sonnenaufgang am nächsten Morgen offenbarte mir dann die herrliche Lage der Mödlinger Hütte, mit Blick auf den Reichenstein und Co., der mir tags zuvor verwehrt geblieben war. Da musste ich doch direkt noch vor dem Frühstück einen nahe gelegen Mugel erklimmen und genießen.

Und dann beim Frühstück, in meinem Kopf, ungefähr so:

„Soll ich wirklich? Trau‘ ich mich?…“

„Ja, das Wetter passt, einen Platz findest sicher – mach’s jetzt einfach!“

„Na gut, ich mach’s! Ich zieh’s durch!“

Etwas, was ich schon so lange tun wollte und mich bisher aber nie getraut habe: eine Nacht im Zelt am Berg verbringen…

Aber bis zum Abend waren noch ein paar km zu gehen. Das Wetter und die Gegend waren so traumhaft, dass eigentlich jegliche Bedenken bezüglich einsamer Zeltnacht am Berg verschwanden. Unterwegs habe ich viele, viele Walderdbeeren und Heidelbeeren im Vorbeigehen inhaliert und sogar eine Handvoll Eierschwammerl für’s abendliche Instant-Erdäpflpüree eingesteckt. Sicherheitshalber habe ich mir mittags auf der Oberst-Klinke Hütte aber trotzdem vorsorglich den Bauch voll geschlagen.

Mein vorab auserkorener Schlafplatz unterhalb der Riffelspitze war von der Distanz nicht allzu weit von der Mittagshütte entfernt, aber doch anstrengend weil steil und rutschig und schwerer Rucksack und so… Aber die Aussicht vom Riffel!!!

Am Sattel zwischen Riffel und Admonter Kalbling hab ich also mein Zelt aufgebaut. Im lauen Sommerlüftchen. Im Vorjahr habe ich mir nach dem nächtlichen Zeltbesuch waldviertlerischer Füchse vor lauter Angst geschworen, nie wieder alleine in einem Zelt in der Natur zu übernachten! Schwamm drüber, alles vergeben und vergessen! Es war einfach zu herrlich hier. Der Wind war tatsächlich aber nicht ohne. In der Nacht rüttelte er zeitweise so aggressiv an meiner Zeltwand, dass ich manchmal dachte, jetzt ist es hin. Das Gute daran war allerdings, dass ich tierische Besucher wegen dem ganzen Gewackel und Geflattere des Zelts ohnehin nicht gehört hätte! Aber alles hat gehalten und ein bisschen Schlaf hab ich auch gefunden.

Der nächste Morgen kam dann leider etwas trüb daher… Dabei hatte ich mir extra den Wecker auf Sonnenaufgang gestellt. Naja… Machte aber nur kurz was, war ich doch einigermaßen gut gelaunt und stolz auf mich selber, dass ich mein Vorhaben auch tatsächlich durchgezogen hatte: Ich habe auf fast 2000m Höhe am Berg alleine im Zelt übernachtet 🙂

Nun denn – auf zum Abstieg! Der letzte Tag im wunderschönen Gseis!

Und auch schon wieder mein letzter Wandertag am Eisenwurzenweg für diesmal. Eigentlich hatte ich noch zwei weitere Etappen bis Judenburg gehen wollen, aber zweierlei Gründe haben mich dann veranlasst es nach diesen drei Tagen gut sein zu lassen:

  1. hatte ich für die nächste Etappe keine Unterkunft gefunden und in der schwülen Hitze hatten sich Gewitter angekündigt, die ich nur ungern irgendwo im Zelt aussitzen wollte und
  2. hatte sich beim Nüsse-Schmausen am Vorabend (mal wieder) ein Bracket meiner Zahnspange verabschiedet und das wollte ich so schnell wie möglich richten lassen.

Also habe ich mich in einer Affenhitze bis nach Trieben geschleppt. Ein Örtchen, dass man – no offense – wirklich nicht gesehen haben muss. Aber zumindest einen Bahnhof hats gegeben. Und eine Brücke über die Autobahn.

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  • 3 Tage unterwegs
  • 2 Etappen
  • ~29 km zu Fuß

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